Der Bundesrechnungshof achtete schon immer mit einem besonderem Augenmerk auf die sparsame Verwendung von
Steuermitteln bei der Bundeswehr. Zwangsläufig wurde daher auch die Wirtschaftlichkeit des Einsatzes der
Bw-Dieselloks geprüft. Da für die Lokomotiven eine Nutzungsdauer von insgesamt 18 Jahren geplant war, sollte
deren Ablösung durch die wesentlich wirtschaftlicheren Zweiwege-Fahrzeuge erfolgen.
Dabei ging man von der Grundüberlegung aus, dass die Bundeswehr bereits über eine große Anzahl von geeigneten
Zugmaschinen verfüge, man daher nur den Rüstsatz Schiene / Strasse zu beschaffen brauche und somit eine
kostengünstige Alternative zu den Lokomotiven zur Verfügung hätte. In der Praxis sah es jedoch etwas anders aus,
da die Umrüstung zum Zweiwege - Fahrzeug nicht mal eben schnell vor dem Gebrauch auf dem Kfz-Hof erfolgen konnte.
Für die erste Zugmaschine Schiene / Strasse, so die amtliche Bundeswehrbezeichnung, wurde der in der Truppe
eingeführte Unimog U 80 / 406 mit offenem Führerhaus und abnehmbarem Verdeck ausgewählt.
Auftragnehmer für die Umrüstung des U 406 mit der Zweiwegeeinrichtung Typ 430-415 war die Firma Adolf Ries
in Bruchsal. Die Firma verfügte über eine Ausnahmegenehmigung für den Bau von 120 Zweiwege-Fahrzeugen, die in
ihrer Ausführung von den allgemeinen Bestimmungen der Strassenverkehrs-Zulassungs-Ordnung in ausführlich
definierter Form abweichen durften.
Zweiwege-Fahrzeuge unterliegen ebenso wie Schienenfahrzeuge alle drei Jahre einer Prüfung nach der
"Landesverordnung über den Bau und Betrieb von Anschlussbahnen" (BOA), zusätzlich unterliegen sie der
Überwachung im Rahmen der StVZO, allgemein auch als TÜV - Prüfung bekannt.